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Segeln, wo die Kreuzritter kämpften

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Es sind bloss drei kleine Felsinseln im Mittelmeer: Malta, Gozo und Comino. Doch das türkisfarbige Wasser ihrer Buchten, die goldgelben Sand- und Badestrände sowie eine 7000-jährige Kulturgeschichte vermögen im Hochsommer Scharen von Besuchern anzulocken. Auch Wassersportler. Nicht weit voneinander entfernte Häfen und entsprechend kurze Tagesetappen machen die Inseln zu einem idealen Segelrevier für Familien.

 

Sonntagmorgen. In der Grand Harbour Marina werfen wir die Leinen los, in dieser geschichtsträchtigen Ecke, die nicht nur im Mittelalter Schlagzeilen lieferte. Heute klingt es so: «Liegeplätze in der Grand Harbour Marina fast ausverkauft!» Lange wird es nicht mehr dauern, dann werden die Buchten der maltesischen Inseln vielleicht ebenso überlaufen sein wie die anderer Segelreviere im Mittelmeer. Vor einem halben Jahrtausend – genauer im Jahr 1565 – hatte man auf Malta ganz andere Sorgen: 40 000 Türken standen vor den Mauern der drei Städte Cospicua, Vittoriosa und Senglea und pochten mit viel Kriegsgerät an deren Tore, um die Johanniter Ordensritter aus Malta zu vertreiben. Wie sie es zuvor schon auf Rhodos und in Akko auf Zypern praktiziert hatten. Auf Malta war das Fort St. Elmo bereits gefallen und mit ihm alle seine Verteidiger. Gemäss den damals üblichen Sitten liess der türkische Oberbefehlshaber fünf Ritter enthaupten, an Kreuze schlagen und diese via Grand Harbour nach Birgu treiben. Das liess sich der Grossmeister des Ordens, der sich eigentlich der Krankenpflege verschrieben hatte, nicht bieten und schon bald flogen dem Anführer der Türken, Mustafa Pascha, besondere Kanonenkugeln um die Ohren: Es waren die Köpfe seiner kriegsgefangenen Soldaten. Als die vom Widerstand der Verteidiger überraschten und von Seuchen dezimierten Belagerer aus der Türkei schliesslich abzogen, beschloss die sich jetzt Malteser-Ordensritter nennende Bruderschaft eine neue Hauptstadt zu bauen: Eine unbezwingbare Festung sollte es werden – so plante es Francesco Laparelli. Nach nur fünf Jahren Bauzeit war sie fertig gestellt. In Gedenken an den Grossmeister in der Zeit der Belagerung taufte man sie «La Valletta».

 

Artikel zum Downloaden: seaside_malta_66_d.pdf (PDF, 3.53 MB)

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